Unsere Klassenpaten

„Klassenpaten“, wer oder was ist das?

Schüler einer Klasse 5 und ihre Klassenpaten haben sich am Ende des Schuljahres hingesetzt, um das Patensystem aus jeweils ihrer Sicht zu beschreiben.



„Wir waren nicht mehr ganz in der Grundschule, waren auch noch nicht ganz an der Realschule.
Es war im Frühsommer. Wir waren noch im vierten Schuljahr, waren schon an der neuen Schule angemeldet und hatten nun eine Einladung zu einem Kennenlernnachmittag bekommen.
Als wir an diesem schönen Sommertag an der Realschule Grünstraße mit unseren Eltern ankamen, gingen uns viele Gedanken und Fragen durch den Kopf und ich war sehr aufgeregt, wo ich dann ankam und ich dachte: "Wer sind meine Lehrer/innen, wo ist mein Klassenzimmer und wie sieht meine Klassenlehrerin aus?"
Was gibt es eigentlich für Fächer, haben wir viele verschiedene Lehrer und sind die Lehrer alle nett? Sitze ich alleine oder sitzt jemand neben mir, werde ich viele Freunde haben?
Ich hatte auch ein bisschen Angst und war aufgeregt, ich auch als ich im Klassenraum die vier Großen sah und dachte mir "Wer ist das?" ...

Unsere Klassenpaten heißen: Chiara, Alina, Max und Erik. Die Mädchen sind in der 10 c und die Jungen in der 10 e. Im Sommer werden sie die Schule verlassen.
Vor kurzen haben sie ihre Abschlussprüfungen geschrieben.
Wir haben Schokolade als keine Überraschung von unserer Klasse gekauft, als Nervennahrung für die Prüfung. Darüber haben sie sich sehr gefreut.
Wenn wir Fragen hatten konnten wir zu ihnen gehen. Gab es Ärger oder Streit haben sie uns geholfen so gut sie konnten. Die Klassenpaten haben uns geholfen, uns in der Realschule zurechtzufinden.
Vor kurzem haben uns die Klassenpaten im Unterricht überrascht und uns Abschiedsgeschenke gemacht, damit der Abschied etwas versüßt wurde.
Wir wünschen den Paten viel Glück für ihr weiteres Leben!“

(Text von Jan-Phillip Heuer, Lea Müller und Tino Soltek)

Im Klassenpatenprogramm der RSG werden in der Regel für jede Klasse 5 zwei 9.-Klässler als Klassenpaten eingesetzt. Oft haben die Klassenpaten ihr Interesse schon im Vorfeld bekundet.
Wir haben es anders gemacht. Wir haben als 10.-Klässler das Amt des Klassenpaten übernommen. Dafür waren wir zu viert.

Der Dienst der Klassenpaten begann einige Wochen vor der Einschulung mit den Vorbereitungen wie Schülernamen auswendig lernen, Klassenspiele vorbereiten usw..
Wir haben die Patenklasse zum ersten Mal beim Kennenlern-Nachmittag im alten Schuljahr gesehen. Wir haben sie mit einem Luftballon begrüßt, haben sie durch die Schule geführt und zum Klassenraum gebracht.

Es folgen ausgesuchte Kennenlernspiele zur Stärkung der Gemeinschaft. Dabei wurden bereits erste Interessen und Gemeinsamkeiten sichtbar.
Unsere Klasse hatte die Farbe rot, also waren wir beim Kennenlernentag und bei der Einschulung rot angezogen. Viele andere Dinge, die wir hergestellt hatten, wie zum Beispiel ein großes Plakat mit den Namen aller Kinder, waren selbstverständlich auch rot.

Dann kam der erste große Ausflug in den Schulenberger Wald, unser „Sozial-Genial-Tag“. Wir Paten hatten eine Schnitzenjagd und auch andere Waldspiele vorbereitet. An einem solchen Tag hatten die Kinder die Möglichkeit, uns besser kennen zu lernen und mit Fragen über die verschiedensten Themen zu löchern.

Auch im normalen Schulalltag haben wir Paten geholfen, wo es nur geht, den Schülern die Umstellung auf eine neue Schule zu erleichtern. Wenn es von Paten- und Schülerseiten passte, besuchten wir Paten auch den Unterricht, um unter anderem als Lerntutor oder Helfer zu unterstützen oder einfach zur Auflockerung.
Auch in Streitsituationen standen wir Paten als Schlichter zur Seite. Dabei mussten wir oft viel Zeit und Geduld aufbringen und uns alle Seiten anhören.

Ein Schüler der Klasse hatte anfangs große Schwierigkeiten im Verhalten anderen Schülern gegenüber. Er hat sich dann mit einem von uns einmal täglich in der großen Pause auf dem Schulhof getroffen, um zu berichten, was gut lief und was nicht. Da waren wir wirklich Verhaltens-Coach und konnten gezielt helfen.

Anders als die Lehrer, sind Klassenpaten näher an den Schülern ,,dran“. Verbindungen und Freundschaften entstehen über das Amt des Schülerpaten hinaus.
Die Furcht vor älteren Schülern, aber nicht die Achtung, wird der Patenklasse genommen und Schulerfahrungen können weitergegeben werden.

 

Wir Klassenpaten selbst haben gelernt, Verantwortung für Kinder zu tragen und lernen das Verhalten der Jüngeren zu akzeptieren.
Wir sind traurig, die Klasse verlassen zu müssen und sehen die Klasse noch einmal beim Grillen.

(Text von Alina Lorenz, Erik Simon, Chiara Völkner, Max Weiß)